Hallenzauber auf richtigem Belag

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Auch im Winter kann man gut Tennis spielen – die zahlreichen Hallen machen es möglich. Aber welcher Belag passt zu mir? Sand, Teppich oder doch Hartplatz? 

Auch wenn die Temperaturen schon in den letzten Tagen Richtung Keller zeigten, wird es noch kälter werden. Die zahlreichen Outdoor-Tennisplätze, die die rund 1.600 Mitgliedsvereine des Österreichischen Tennis-Verbands zur Verfügung stellen, werden unbespielbar und präpariert, um den Winter gut überstehen zu können. Auch für die Profis endet die Indoor-Saison mit den Shanghai Masters 1000, die am Sonntag ihren Gewinner ermitteln. Im Dezember hat die ATP-Tour traditionell ihre Pause, im Januar geht es dann auf die andere Seite der Erdkugel, in den australischen Sommer.

Die heimischen Tennisfans und Amateurspieler müssen aber auch in der kalten Jahreszeit nicht darauf verzichten, dem gelben Filz hinterherzujagen. Es gibt eine Vielzahl an Tennishallen, quer über das Land verstreut. Entscheidend dafür, welche Halle Sie aufsuchen sollten, sind nicht nur geografische Gründe, sondern auch der Belag, den die Halle Ihrer Wahl bietet. Die meisten Tennishallen bieten mehrere Beläge an, Sie können also oft verschiede Untergründe ausprobieren.

Sand

Generell ist der beliebteste Belag in Österreich eher ein Outdoor-Belag. Für Hallen benötigt er zusätzliche Pflege, da die Staubentwicklung für viele Spieler unangenehm ist. Wie auch outdoor gilt: Sandplätze sind wesentlich langsamer als andere Beläge, da die Bälle relativ hoch abspringen und so an Geschwindigkeit verlieren. Spiele dauernd im Schnitt länger. Sandplätze in der Halle sind insgesamt eher für Spieler geeignet, die sich schwer auf unterschiedliche Beläge einstellen können und Sand aus der Sommersaison gewohnt sind. Durch das langsamere Tempo und die Möglichkeit, sich länger zum Ball stellen zu können, entsteht eher ein Miteinander als ein Gegeneinander – was vor allem Hobby- und Genusssportlern zusagt.

Teppich

Jahrzehntelang galt der klassische Teppich als wichtigster Indoor-Belag, auch einige Masters-Turniere wurden auf der eher schnellen Oberfläche ausgetragen, ehe der Untergrund ab der Jahrtausendwende zunehmend ersetzt wurde. Aber in vielen Tennishallen finden sich noch Teppichbeläge, der textile Untergrund überzeugt Hallenbetreiber vor allem mit geringen Wartungskosten und hoher Lebensdauer. Die guten Dämpfeigenschaften sorgen für eine geringe Verletzungsgefahr für die Spieler. Allerdings ist das Tempo auf Teppich deutlich höher als auf Sand, es wird eine höhere Fitness der Spieler vorausgesetzt. Manche Tennishallen bieten Teppich-Plätze mit Granulat an. Dieses ermöglicht das natürliche und gelenkschonende Gleiten wie auf Sandplätzen, was Granulatteppichböden auch für ungeübtere Spieler geeignet macht.

Hardcourt

Hartplätze in den heimischen Tennishallen können – ebenso wie die Hartplätze der ATP-Tour – von unterschiedlicher Beschaffenheit sein. Generell gilt: Hartplätze sind vom Aufbau her einfacher und durch ihre glatte Oberflächenstruktur deutlich ebener als Sand- oder auch Teppichplätze, was eine bessere Ausrechenbarkeit des Absprungverhaltens ermöglicht. Der Untergrund ist an sich sehr schnell, die verschieden Materialen können dazu noch einiges beitragen. Hartplätze eignen sich daher vor allem für versierte Spieler mit guten Gewinnschlägen, der Wettkampfgedanke steht auf Hardcourt deutlicher im Vordergrund als etwa auf Sand. Der große Nachteil, weswegen vor allem Hobbysportler eher auf Hardcourt verzichten sollten, ist das erhöhte Verletzungsrisiko durch fehlendes Rutschverhalten, besonders Knie und Knöchel sind anfällig. Auch das Equipment hat einen höheren Verschleiß als bei anderen Oberflächen.

 

Kunststoff

Einige österreichische Tennishallen bieten auch den so genannten Tartanbelag an, den man aus der Leichtathletik kennt. Der synthetisch hergestellte Kunststoff findet sich vor allem in Mehrzweckhallen, Schulen und öffentlichen Sporteinrichtungen – auch im Freien – und hat unterschiedliche Oberflächenstrukturen, die sich etwa auf das Absprungverhalten des Balles auswirken. Aus gesundheitlicher Hinsicht bieten Tartanbahnen zwar einen hohen Laufkomfort und eine gute Dämpfung, bei unzureichender Reinigung kann es allerdings zu unerwünschtem Rutschen kommen, bei Stürzen gibt es auch eine erhöhte Verbrennungsgefahr. Auch die Achillessehne verträgt einen Kunststoffuntergrund nicht immer gut.

Neben diesen Belägen – die meisten Indoor-Plätze in Österreich kann man den vier Untergruppen zuordnen –, gibt es auch weitere, eher exotische Beläge, wie etwa Kunst- oder Naturrasen. Es braucht einiges an Geduld, um den für sich perfekten Belag zu bestimmen.