Elterlicher Ehrgeiz im Tennis

by Elisabeth Brandl

Über 60.000 Österreicherinnen und Österreicher sind Wettkampfspieler in Vereinen, sehr viele davon Kinder. Manche werden von ihren Eltern ermuntert, manche sogar gedrillt. Einge Sportärzte sehen die Rolle ehrgeiziger „Tennis-Eltern“ aber nicht unbedingt negativ, da Sport ja auch eine Berufsausbildung sein kein, zu der Überwindung und die Unterstützung der Eltern dazugehört. Wenn Jugendliche ein Ziel vor Augen haben, dann sei dies doch großartig; vorausgesetzt, es passiert aus freiem Willen.

Gesundes Stop-and-Go

Viele Orthopäden halten Tennis als Stop-and-go-Sportart für eine enorme Belastung der Gelenke. Dem widersprichen Sportärzte: Zwischen Gelenkskopf und Gelenkspfanne ist eine Flüssigkeit. Durch die kurzen schnellen Stopp-Bewegungen beim Tennis gleitet der Gelenkskopf auf dieser Flüssigkeit. Bei langsamen Bewegungen wird die Flüssigkeit allerdings verdrängt und es reibt Knorpel auf Knorpel, was wirklich zu Schäden führen kann. Obwohl Tennis auch ein Ausdauersport ist, sollte trotzdem zusätzlich Ausdauersport betrieben werden. Laufen oder Radfahren etwa, um die nötige Kondition fürs Tennisspiel zu bekommen. Außerdem gilt von Orthopäden folgende Regel: vor dem Sport unbedingt Dehnungsübungen machen, um Verhärtungen der Muskulatur zu vermeiden.

Tennis: Ein Sport mit geringem Verletzungsrisiko

Eine falsche Technik kann sich negativ auswirken. Zwar ist das Verletzungsrisiko beim Tennis im Vergleich zu anderen Sportarten relativ gering, dennoch landen zu ambitionierte Spieler schnell beim Arzt. Die häufigsten Verletzungen betreffen Knie- und Sprunggelenk beziehungsweise Ellenbogen und Schulter. Der bekannte „Tennisarm“ beispielsweise steht an erster Stelle der Überlastungsschäden, wenngleich er viel öfter bei anderen monotonen Tätigkeiten auftritt. 70 Prozent der Kraft des Vorhandschlages im Tennis kommen aus der Beinmuskulatur. Wenn die Armmuskulatur überlastet ist, ist das meist ein Zeichen eines gestörten Bewegungsmusters.

Ein Sport mit geringem Verletzungsrisiko

Tapeverband

Sportärzte ermuntern, regelmäßig zum Schläger zu greifen – ob als Kind oder als Erwachsener – mit Tennis kann man immer beginnen. Eine gewisse Grundkondition und Grundsportlichkeit in Ballsportarten ist bei älteren Anfängern allerdings von Vorteil. Wer also als Kind Fußball oder Handball gespielt hat, tut sich sicher leichter. Schaden kann auch ein Belastungs-EKG nicht, bevor man sich die gesamte Tennis-Ausrüstung kauft, um Herz-Kreislauf-Probleme auszuschließen. Gibt der Arzt dann das „Go“, steht dem Vergnügen nichts im Wege. Sportärzte empfehlen Anfängern einen Kurs, um gleich die richtigen Schlagtechniken zu lernen.

Von Ausdauer bis zu Vitalität

Tennis erhöht die Ausdauer: Eine Stunde am Platz, und der Körper verbrennt zwischen 400 und 600 kcal, da der Spieler viel Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit aufbringen muss. Tennis stärkt ausserdem die Muskulatur an Beinen, Armen und Rumpf.

Tennis verbessert die Koordination: Durch das ständige Vor und Zurück, Hin und Her müssen Beine, Augen und Hand koordiniert werden.

Tennis schult die Konzentration: Jeder Spieler muss aufmerksam den Ball verfolgen, um in die richtige Richtung zu laufen. Außerdem braucht‘s eine Taktik, um zu punkten.

Tennis fördert die Kommunikation: Das gesellige Beisammensein nach dem Match, die Zugehörigkeit zum Verein und das aktive Vereinsleben wirken sich positiv auf Körper und Geist aus.

Tennis bringt Vitalität: Studien haben gezeigt, dass Tennis spielende Senioren mehr Optimismus und Selbstwertgefühl haben und negative Emotionen wie Zorn, Angst und Nervosität sowie depressive Stimmungen schwächer ausgeprägt waren.

Tennis – Gut für Körper und Geist

Couple playing tennis

Mehr oder weniger regelmäßig greifen hunderttausende Österreicher zum Tennis-Schläger. Sie tun gut daran, denn Tennis ist eine abwechslungsreiche und vielseitige Allroundsportart.
Laut Tennis- Ärzten hat Tennis hauptsächlich positive Aspekte. Es ist ein Gesundheitssport, der jederzeit begonnen werden und von fast jedem ausgeübt werden kann. Es vereint Sport und Spiel. In der Tat: Siebenjährige Kinder matchen sich genauso wie betagte Herren. Auch wenn man nicht auf den Court geht um Wimbledon zu gewinnen, wer regelmäßig zum Schläger greift, tut sich und seiner Gesundheit einen großen Gefallen.

Fazit nach 7 Sessions Saisonvorbereitung

Eine Woche Saisonvorbereitung ist einerseits sehr intensiv aber andererseits auch sehr effektiv. Die Intensität des Trainings muss natürlich immer an das Alter und die Spielstärke der Spieler angepasst werden. Wichtig ist, dass das Tennistraining nicht so intensiv ist, dass es zu Verletzungen aufgrund von Überlastungen kommen kann. Auch die Trainingszeiten können dann über den Tag verteilt individuell angepasst werden. Wird nach diesem Trainingsplan trainiert, sind die Tage 4 und 5 extrem anstrengend und intensiv. Hier gilt es, die nächsten beiden Tage durch gezieltes Matchtraining etwas „lockerer“ zu gestalten.

Session 6 + 7: Matchtraining Einzel und Doppel

Für die letzten beiden Sessions der Saisonvorbereitung stellen wir das Matchtraining in den Vordergrund. Hier sollte wirklich versucht werden, ganze Sätze, idealerweise aber ganze Matches zu spielen. Wichtig ist, dass diese im Nachhinein analysiert werden, um mit konkreten Verbesserungen arbeiten zu können. Es bietet sich an, vormittags ein Einzel zu spielen und nachmittags dann Doppel. Trainer sollten den Spielern hier auch immer konkrete Aufgaben geben, wie zum Beispiel „nur über die Rückhand aufzuschlagen“ oder aber „Surf and Volley“ zu spielen.

Schlagtraining in der Nachmittagssession

by Mark Riedy

Für die Nachmittags-Session bieten sich dann Übungen an, die die Beine schnell machen. Zum Beispiel folgende:

Stellen Sie eine Bank an die T-Linie, links und rechts setzt sich jeweils ein Spieler hin. Vom Schlagtraining her handelt es sich hierbei um eine Volley-Übung, der Trainier spielt jedem Spieler abwechselnd einen Ball zu, so dass dieser von der Bank aufstehen und einige Schritte nach vorne gehen muss. Nach dem Schlag muss sich mittels einer Rückwärtsbewegung wieder auf die Bank gesetzt werden. In der Zeit spielt der andere Spieler den Volley, die Übung ist also sehr intensiv.

 

Konditionstraining mit kombiniertem Schlagtraining in der Session 4

by Donner

Wir starten in der Mitte der Grundlinie. Jeder Spieler bekommt vom Trainer 3 x 4 Bälle zugespielt. Angespielt wird auf die Rückhandseite, der Spieler hat die Aufgabe, die Rückhand zu umlaufen und Vorhand-Cross zu spielen. Nach jedem Schlag wird sich per Side-Steps zur Mitte hin bewegt. Das Ganze wird 3-mal wiederholt, der 4. Ball wird in die Vorhandseite angespielt, so dass aus vollem Lauf heraus Vorhand-Longline gespielt werden muss. Danach startet die Übung wieder von vorne.