Tennissocken. Eine Stil-Frage

Tennissocken. Auf dem Court sind sie notwendig und sehen gut aus. Überall anders nicht, meint Dominik Oswald.

„Wozu Socken? Sie schaffen nur Löcher.“ – Albert Einstein, Physiker

 

Baumwolle, Polyester, ein kleines Bisschen Elasthan und Elastoiene. Fertig ist die moderne Tennissocke. Gerne und vor allem in Wimbledon in Weiß, ganz der Farbe des Sports verpflichtet. Der Sport trägt ja weiß, damit man die unschicklichen Schweißflecken nicht sieht, deshalb sind konsequenterweise auch die Socken weiß. Gerne mit eingenähtem Logo.

Eine Socke für die Gesundheit

Streifen, Haken, aber auch Krokodile finden sich da. Tennissocken sind effektive Kämpfer gegen Schweiß, sind dabei notgedrungen ziemlich saugfähig, stablisieren Fußgelenke, bewahren den Träger vor Verletzungen, Überlastungen und Blasen. Leichte Polsterungen an Fersen und Zehen sind auch nicht verkehrt. Ja, Tennissocken sind wahre technische Wunder. Am Court sind sie auch stylisches Must-Have.

Tennissocken fürs Büro

Abseits des natürlichen Habitats kann das schon einmal ganz anders aussehen. Tennissocken werden im Alltag getragen, sogar im Büro, wovon übrigens jeder halbwegs vernünftige Stil-Coach abraten wird. Eingebrockt haben uns das – wie so oft – die 80er Jahre, auch nicht gerade als Jahrzehnt des einwandfreien Geschmacks bekannt. Die gerade erst erfundenen Yuppies trugen die weißen Fußkleider zu Loafers und Halbschuhen, amerikanisierte Hip-Hopper in ihren Sneakers. Das geht ja gerade noch.

Kult oder Unart? Sandalen in Socken

Heute findet man die weißen Baumwollstrümpfe im Alltag vor allem in einer Kombination: Die müffelnden Zehenumschmeichler sind oft verdammt in den ewigen Fängen stilloser Trekking- oder sonstiger Sandalen. Weiter oben gibt es dazu bierbäuchige Körper in frischem Sonnenbrandkrebsrot, einzig die Nasenspitze ist voll mit Sonnencreme. Klischees sind besonders lustig, wenn sie wahr sind. Tennissocken in Sandalen sind seit Ewigkeiten die Nummer 1 im No-Go-Ranking, auch wenn die Kombination des Grauens noch so oft auf den Laufstegen und Zeitschriften des schlechten Geschmacks als „Kult“ verkauft wird.

Tennissocken beim ersten Date

Auch seriöse Dating-Sites – sofern es solche gibt – sind sich uneinig, ob man damit zum ersten Date gehen kann. Eher nicht, besser auch nicht zum zehnten. Selbst wenn man – und das ist durchaus anzuzweifeln – die ersten Dates trotz Todeskombo am unteren Ende des Fortbewegungsapparates überstanden hat und die Angebetete sich nicht auf die – ha! – Socken gemacht hat, droht der nächste Faux-Pas. Denn Socken gehören auf keinen Fall mit ins Bett.

Socken für den Court – aber bitte nur dort!

Die Entscheidungsfindung vor dem Sockenfach sollte also nicht allzu schwer sein. Der Griff zu den weißen, dicken Socken lohnt sich nur, wenn danach Sport am Programm steht und wirklich nur dann. Für alles andere gibt es deutlich bessere Alternativen. Dünn, schwarz, auch bunt. Und wenn es schon Sandalen sein müssen – dann bitte auch ohne.

Kleiner Tipp zum Abschluss: Sollten ihre weiße Tennissocken einmal in der Waschmaschine verloren gehen, bitte nicht danach suchen. Ihre Waschmaschine will Ihnen etwas mitteilen.