Fit dank Tennis. Zu zweit schwitzen und fit bleiben

Couple playing tennis

Ein wenig Geduld braucht es noch. Doch bereits an den ersten Frühlingstagen eröffnen die meisten heimischen Tennisclubs wieder ihre Outdoor-Plätze. Die weißen Tennissocken färbt der Ziegelsand wieder rot, die meisten Vereine setzen auf diesen Belag. Nach den stickigen Wintermonaten in Hallen, wo die gelben Bälle hauptsächlich auf Hartplätzen oder Teppichen aufprallen, locken Sonnenstrahlen rund 170.000 Vereinsspieler in Österreich auf die Courts zum Frischluftschnappen und Tennisspielen. 1.600 Vereine gibt es in Österreich. Tennis ist ein beliebter Freizeit- und auch Wettkampfsport, da der weiße Sport optimal für verschiedene Zielgruppen und Bedürfnisse ausgerichtet ist.

Freude und Freunde am Court

Der Spaß am Spiel steht für viele im Vordergrund, das Zeit-Verbringen mit Freunden und Familie ist ebenfalls ein wichtiger Grund für viele, häufig den Tennisplatz zu besuchen. Auch der gesundheitliche Aspekt spielt eine wichtige Rolle, warum so viele dem Sport verfallen sind. Wie nur wenige Sportarten beansprucht Tennis den gesamten Körper, ohne ihn hoher Verletzungsgefahr auszusetzen. Auch die mentale Komponente kommt nicht zu kurz.

Tennis hat noch einen weiteren großen Vorteil: er kann bis ins hohe Alter ausgeführt werden, wenn Kreislauf und die allgemeine Gesundheit mitspielen. Um möglichst lange gut in Schuss zu bleiben und Verletzungen zu vermeiden sind vor allem gymnastische Übungen zu empfehlen – die man auch spielerisch einbauen kann. Nur: Tennis alleine reicht oft nicht: „Wenn es darum geht, länger zu leben, also Krankheiten, die ein Internist behandelt, günstig zu beeinflussen, müssen Sie mehr Ausdauersport machen. 3 Mal 120 Puls pro Woche für mindestens eine halbe Stunde und Sie leben länger“, so Sportarzt Eduard Lanz.

Satz & Sieg für Gesundheit

gesundheit

Fit und gesund durch und trotz Tennis. Was muss ich beachten? Sportmediziner Eduard Lanz steht Rede und Antwort.

Dr. Eduard Lanz © Andrea Amann
Dr. Eduard Lanz © Andrea Amann

„Das Wichtigste ist, dass die Freude am Tennis nicht verloren geht,“ meint Eduard Lanz. Der Grazer Sportmediziner und ehemalige Teamarzt der österreichischen Fed-Cup- und Davis-Cup-Mannschaft im Interview.

Wie sollte man sich vor dem Spiel aufwärmen?
Eduard Lanz: 
Das Wichtigste sind Dehnübungen
. Dafür sollte man sich wirklich Zeit nehmen. Primär geht es dabei um die Arme, Oberschenkel, Waden.

Was sollten vor allem Ältere beachten?
Ältere Anfänger gibt es kaum, weil Tennis technisch sehr anspruchsvoll ist. Älteren empfiehlt man prinzipiell Sportarten, die sie schon können, sonst ist die Verletzungsgefahr sehr groß. Für jemanden, der schon Tennisspielen gelernt hat und wieder beginnt, ist es in keinem Alter ein Problem. Er sollte sich nur Zeit zum Dehnen nehmen und am Anfang vielleicht einen Tennislehrer nehmen, um Fehler nicht einzuprogrammieren.

Wie ernähre ich mich als Tennisspieler richtig?
Ein Merksatz im Sport lautet: ‚Train high, compete low!‘ Wenn ich Leistungssteigerung will, sollte ich keine Kohlenhydrate nehmen. Nur im Wettkampf, wo man ausreichend Energie benötigt. Auch Topspieler wie Djokovic und Thieme haben die Kohlenhydratezufuhr eingeschränkt.

Warum ist Sand der bessere Belag?
Man stolpert weniger, kann viel weiter rutschen. Auf einem Hartplatz kann das in der Regel nur ein Profi richtig, einem normalen Spieler fehlt die Kraft. Außerdem ist es viel angenehmer auf Sand zu spielen und auch lustiger. Das Wichtigste beim Tennis ist, dass auch durch Fehler und Verletzungen die Freude nicht verloren geht.

Wie kann ich einen Tennisarm verhindern und wie behandeln?
Ein Tennisarm ist eine Irritation der Sehnenansätze im Bereich des Ellenbogengelenkes. Diese entlastet man am besten durch das Dehnen. Die Schultern beim Ausholen nicht hochziehen, sondern langen Hals behalten, den Schlag aus dem Körper kommen lassen. Außerdem sind eine geringere Griffstärke und eine härtere Bespannung gut. Bei einem Tennisarm hilft Dehnen und lokale entzündungshemmende Gels und kühlende Umschläge.

Welche Körperregionen sind noch besonders anfällig?
Das Sprunggelenk. Große Schritte sind gefährlich, gute Tennisspieler erkennt man an kurzen, schnellen Schritten. Auch gute Schuhe sind wichtig.

Wie lange pro Tag sollte man spielen?
Das hängt vom Trainingszustand ab. Vielen sind fünf Stunden täglich bei Tenniscamps zu viel.

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