Love Fifteen – Tennis und die Liebe

Beim Tennis ist die Zählweise normalerweise sehr bodenständig; manchmal bekommt man von den Schiedsrichtern aber Eigenartiges zu hören. „Love fifteen“ – mit diesem sonderbaren Begriff wird der Punktestand 0:15 betitelt. Aber warum, und was hat das mit der Liebe zu tun?

Hoher Einsatz beim Jeu de Paume

Der Ursprung der Bezeichnung „love fifteen“ liegt in der Geschichte des Tennis weit zurück – 400 Jahre um genau zu sein – beim Vorläufer des Tennis, dem „Jeu de Paume“. Aus diesem französischen Ballspiel, das man mit der Handinnenfläche spielt, hat sich der Tennissport entwickelt. Sowohl beim Spielfeld als auch im Regelwerk sind deutliche Unterschiede zu erkennen, die Zählweise ist aber ähnlich.

Beim Jeau de Paume ging es um Geld, der Einsatz war hoch: pro Punkt verlor (oder gewann) man damals 15 Deniers. Daher kommt auch die heutige Zählweise im Tennis – 0, 15, 30, 40. (Im 16. Jahrhundert wurde die logisch folgende Zahl 45 durch 40 ersetzt.) Steht es also 0:15 wird der Spielstand love:fifteen ausgerufen.

Liebe für Verlierer

Zur Herkunft des Wortes „love“ für „Null“ gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, dass der Begriff von den Holländern stammt, die aus religiösen Gründen nach England flüchteten. Oft wird auch behauptet, er kommt vom französischen Wort für Ei „l’œf“, weil die Null auf der Anzeigetafel einem Ei ähnelt. Mit der Liebe hat „Love fifteen“ geschichtlich also wenig zu tun – außer vielleicht mit der Liebe zum Tennis.

Näheres rund um die Zählweise im Tennis finden Sie hier.